Wolken-Post

Dunkle Regen- und Federwolkenvor grauer Wolkendecke, im Vordergrund rechts eine unbelaubte Birkenkrone

Heute bot der Himmel meist eher eine graue Wolkendecke, insgesamt war es nicht allzu aufregend. Was ja auch nicht sein muß.

Außerdem gab es heute schon für passionierte Briefeschreiber wie mich Aufregung genug:

Die Deutsche Post hat Wolken-Briefmarken zu 0,80 € für Standardbriefe herausgebracht! Es gibt mit den Kelvin-Helmholtz-Wolken und den Lentikulariswolken zwei Motive, mit denen ich meine Korrespondenz und diesen Blog verbinden kann.

Briefmarkenheft mit 2 Wolkenmotiven

Die Lentikulariswolken haben die Form von Linsen oder Mandeln und sind deutlich abgegrenzt. Im Wikipedia-Artikel gibt es von diesem Phänomen sehr tolle Fotos zu sehen, außerdem gibt es ein Zeitraffer-Video.

Die Kelvin-Helmholtz-Wolken sind ein Phänomen der sogenannten Kelvin-Helmholtz-Instabilität. Damit wird „das Anwachsen kleiner Störungen in der Scherschicht zweier Fluide mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten“ bezeichnet. Das läßt sich auch umfangreich berechnen, wie im Wikipedia-Artikel nachzulesen ist. Auf jeden Fall sehen die Wolken toll aus.

Wind aus N-W

Dunkle Wolken wolken an hellem Himmel
Um 8:12 Uhr zogen die Wolken von links nach rechts.

Heute morgen fiel mir beim Nachschauen der Wolken auf, daß sie heute mal in eine andere Richtung als sonst zogen. Bisher kamen sie fast immer von Süd-West, heute waren sie aber mit einem Nord-West unterwegs. Nicht, daß ich immer die Himmelsrichtungen parat hätte, aber wenn sie mal von links nach rechts statt wie sonst von rechts nach links an der Kamera vorbei ziehen, fällt das sogar mir auf.

Weiße, leicht rötlich angeleuchtete Wolken vor hellblauem Himmel
Um 8:22 Uhr sind die Wolken weiter in Richtung Süden unterwegs.

Darum habe ich mal nach der typischen Windrichtung in Köln geschaut und bin beim Online-Angebot der Stadt Köln fündig geworden:

Grundsätzlich sind in Köln zwei Wetterlagen zu unterscheiden: Zum einen treten in Köln Wetterlagen auf, die geprägt sind durch westliche Windrichtungen (Nord-West bis Süd-West Winde) mit teilweise höheren Windgeschwindigkeiten.

Zum anderen sind Wetterlagen anzutreffen, bei denen sich bodenständige Windsysteme einstellen können, die in der Regel durch Schwachwinde geprägt sind.

Mehr dazu und zur Frage: Welches Klima prägt die Kölner Bucht? eben dort.

Weiße und dunkelgraue Wolken vor hellblauem Himmel
Um 10:00 Uhr kam noch ein Haufen Wolken durch, bevor der Himmel dann wolkenlos wurde.

Ein Lichtblick

Eine dunkle Wolkendecke, durch die einige Sonnenstrahlen brechen
Heute gab es mehrere Lichtblicke

Gestern dachte ich ja über den Traumjob „Wolken-Wärter“ nach. Heute entdecke ich beim RBB ein Radiofeature: „Wolken, Wind und Wetterwarte“ (inzw. leider offline). Wetterwart ist wohl auch ein bißchen Wolken-Wärter. Ach, seufzzz.

Dunkle Wolken, ein bißchen blauer Himmel

Same same

Ein komplett grauer Himmel über dem Firmenschild von 4711

Aber doch irgendwie anders. Der Himmel ist wieder durchgängig grau, das „4711“-Schild dürfte sich auch nicht geändert haben. Aber es ist ein neuer Tag. Und das macht den Unterschied.

Ein interessanter Beitrag über Wolken lief kürzlich beim Deutschlandfunk:

Treibhaus-Verstärker – Welche Rolle Wolken im Klimawandel spielen

Das deutsch-französische Projekt EUREC4A untersucht in Kooperation mit dem Karibischen Institut für Meteorologie und Hydrologie und weiteren Ländern bei Barbados in einem Gebiet von knapp 100.000 Quadratkilometern die Wolkenbildung. Später werden die Daten in Modelle eingespeist, die die Auswirkung unterschiedlicher Erwärmung auf die Wolkenbildung und die möglichen Auswirkungen berechnen sollen.

Klasse Wolken

ein langgezogenes zerfetztes Wolkenband unter einer hellgrauen Wolkendecke
Ganz schön fetzig: eine Pannus.

Der Engländer Luke Howard (1772 – 1864), dessen „Karriere“ als Wolkenexperte sehr interessant ist, hat 1802 mit seinem Vortrag „On the Modification of Clouds“ die Wolkenklassifikation eingeführt. Zuvor wurden Wolken einfach als zu komplexe Gebilde angesehen. 1803 veröffentlichte er den „Essay on the Modifications of Clouds“ (Google bietet ein Digitalisat), der für sehr viel Aufmerksamkeit sorgte. Auch der schon erwähnte Goethe zeigte sich begeistert – doch davon ein andermal.

Howard führte zunächst drei Grundformen ein: Stratus (Schichtwolken), Cumulus (Haufenwolken) und Cirrus (Schleier- oder Federwolken); dazu die regenbringende Nimbus, die inzwischen als Nimbusstratus bezeichnet wird. Seitdem gab es ein paar weitere Unterscheidungen – aber mit den vier Grundformen lassen sich schon viele Wolken bestimmen.

Heute habe ich beim Fotografieren eine andere Form kennengelernt: die Pannus, die eine Begleitwolke ist. Pannus ist der lateinische Begriff für „Lappen“. Man könnte auch „Fetzen“ sagen, denn es sind „zerfetzte“ Wolkenteile, die unterhalb anderer Wolken liegen oder mitziehen.

Regenwolken habe ihre eigene Begleitwolke, die Nimbostratus pannus. Sie kündigt baldigen Regen an.