Abendlicht

Grauen und weiße Wolken vor blauem Himmel, im Vordergrund der Kölner Fernsehturm

Heute gab es am Himmel wieder viel zu schauen. Und der Abend fuhr dann noch mal eine schöne Licht-Wolken-Kombination auf.

Und „Abendlicht“ ist auch eine Lektüre-Empfehlung: Die Erzählung Stephan Hermlins nennt Michael Opitz in seiner schönen DLF-Besprechung ein Buch, das „zum Besten gehört, was die DDR-Literatur vorzuweisen hat“.

Jean Paul in den Wolken

Eine weiße Schäfchen-Wolke am blauen Himmel

Das Nebenbei-Thema des heutigen Tages ist naheliegend, denn heute ist Jean Paul Richters Geburtstag (der 257., um genau zu sein).

Und sein wunderbarer Text „Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch“, mit dem es sich vortrefflich reisen läßt, spielt eben auch in den Wolken. Es gibt den Text in einer sehr einfachen Ausgabe der Hamburger Lesehefte (ISBN 978-3-87291-140-7, EUR 1,90 !), Herbert Fuchs hat zu der prächtigen Wallstein-Ausgabe eine schöne Rezension geschrieben.

Regentropfen …

Dunkle Regenwolken
Regenwolken können auch zu einem gemütlichen Vormittag beitragen

Heute vormittag habe ich es genossen, bei kräftigem Regen einfach im Bett zu bleiben und dem Prasseln auf der Fensterbank zu lauschen. Zwischendurch kamen die tapferen Eichhörnchen vorbei, um sich ein paar Walnüsse abzuholen. Insgesamt ein schlichter Tagesbeginn. Zu dem paßt auch ein Gedicht der eher grauenhaften Versschmiedin Friederike Kempner, das ich bei der Deutschen Gedichtebibliothek gefunden habe:

Schwarze Wolken, graue Wolken

Schwarze Wolken, graue Wolken,
Grau der Kummer, schwarz der Kampf,
Sieh’, dort unter grünen Bäumen
Steigt herauf ein weißer Dampf.

Blauer Himmel, goldne Sterne,
Güt’ger Allmacht Zauberlicht,
Strahlend, wachend in der Ferne,
Herr und Gott verlaß mich nicht!

Wobei mir wieder das wunderbar geseufzte „Nein, bitte nicht …“ von Christian Brückners „Rilke“ einfällt, als Ruth Hellberg in der Rolle der Friederike Kempner wieder einen ihrer Reime zimmern will. Zu hören ist das in einem der wunderbaren Hörspiele von Ingomar von Kieseritzky, nämlich Korridor 2009 oder Die Dekomposition, das Heinz von Cramer inszeniert hat.

Nun ja, und hier noch das Lied zum Beitrags-Titel.

Herr, laß‘ Hirn regnen

Dunkelgrauer Himmel mit wenigen helle Flecken
Göttliches Hirngrau?

Nachdem mir sehr lange das Interesse an nordischen Göttersagen fehlte, habe ich jetzt doch mal begonnen, mich etwas damit zu beschäftigen. Tor Åge Bringsværd, dessen „Das Frühstück der Langschläferin“ nicht nur ich großartig finde, hat mit „Die wilden Götter“ eine „rasante Nacherzählung der nordischen Göttermythen“ vorgelegt. Und dort las ich den Bericht, wie die Wolken entstanden:

Demnach töteten die ersten Götter, Odin, Vé und Vili, den Riesen Ymir und schufen aus seinen Körperteilen die Welt. Unter anderem wurde aus seinem Schädel der Himmel – und aus seinem Gehirn, das die Götter in die Luft warfen, wurden die Wolken!

Nun überlege ich, ob der Ausruf „Herr, laß‘ Hirn vom Himmel regnen“ vielleicht mit diesem Mythos zu tun hat? Auf jeden Fall war der heutige Wolkenhimmel dauergrau, und geregnet hat es auch …

Und gerade sehe ich, daß es vom 13. bis 17. Januar 2020 auf HR2 eine Lesung mit dem von mir geschätzten Schauspieler Gunter Schoß daraus gibt! Paßt wieder alles zusammen.

Wenn Wolken …

Einzelne dunkle Wolken unter einer grauen Wolkendecke
Wenn Wolken unter Wolken wölken …

Als ich heute beobachtete, wie die dunklen Wolken unter der helleren Wolkendecke durchzogen, dachte ich an einen Text über Fremde unter Fremden. Den haben Kinder der Hunsrückgrundschule in Berlin-Kreuzberg als Video ganz schön umgesetzt.

Zum Nachlesen gibt es ihn auch in der taz.